Wanderung durch die Naturschätze eines Truppenübungsplatzes
Am Sonntag erwartete uns sonniges Frühlingswetter bei geringer Niederschlagswahrscheinlichkeit und Temperaturen bis 18 Grad. Perfektes Wanderwetter eben.
Und so versammelten sich um 10:30 Uhr 16 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde in Troisdorf auf dem Parkplatz an der Heerstr. (Waldfriedhof).
Und es ging natürlich durch den Truppenübungsplatz Wahner Heide, mit viel Abwechslung, tollen Aussichten, Dünen, Heide und dichten Wald. Der Borkenkäfer scheint ein Fremdwort zu sein. Und alles praktisch vor der Haustür.
Doch der Reihe nach: Wir begannen die Tour auf dem Brunnenkellerweg durch schönen Laubwald in grober Richtung Nordost. Nach 900 m kamen wir zu den Ruinen des namensgebenden Brunnenkellers. Hier wurde im 19. Jahrhundert vom Herrn der Burg Wissem der Heimbach aufgestaut. In diesem natürlichen Kühlschrank wurde die Milch der auf den damaligen Weiden gehaltenen Kühe noch vor Ort haltbar gemacht.
Weiter ging es zum wunderschönen Leyenweiher, auf dem uns Enten und Gänse lautstark begrüßten. Schon einige 100 m weiter noch ein See, der sich nach Stilllegung eines Quarzitsteinbruchs seit 1965 hier gebildet hat. Kurz dahinter passierten wir den fast verlandeten Kronenweiher. Hier wurde früher Torf gestochen.
Nach insgesamt 3,3 km querten wir die Altenrather Str. und weiter ging es auf dem historischen Planitzweg, der erst in der früheren Artilleriekaserne Wahn endet. Auf diesem Weg ging es ins Manöver und zum Schießplatz. Und das schon vor 200 Jahren. Vorbei an einer Blindgänger-verseuchten „roten Zone“ (hier dürfen noch nicht einmal die Soldaten hinein) erreichten wir die offene Heide mit „knallgelb“ blühendem Ginster. Schließlich bogen wir scharf nach links ab und fühlten uns an die Küste versetzt. Sand ohne Ende…
Nach 7,5 km standen wir auf dem Telegrafenberg. In der Nähe stand früher ein Semaphor (Turm mit beweglichen Signalarmen), Teil der optischen Telegrafenleitung zwischen Köln und Frankfurt.
Wir wendeten uns nach Westen, bis der Zaun des heutigen Schießplatzes uns nach Süden und schließlich nach Osten abdrängte.
Nach insgesamt 13 km zeichnete sich durch die Bäume eine große Wiese mit vielen Tischen und Stühlen ab. Dahinter ein altes Fachwerkhaus: Wir erreichten die Waldwirtschaft „Heidekönig“, die seit vielen Jahren das Gourmet-Restaurant „Forsthaus Telegraf“ geschickt ergänzt. Hier genossen wir unsere wohl verdiente Einkehr.
Vom „Heidekönig“ ging es wieder in alten Laubwald. Wir erreichten die Reste der ehemaligen Eremitage am Ringelstein. Hier haben im Mittelalter fromme Männer die Einsamkeit im Gebet gesucht. Wir passierten das mitten im Wald gelegene Troisdorfer Schützenhaus und kamen nach insgesamt gut 16 km bei unseren PKW´s an.
Die Tour hatte nur 150 Höhenmeter, die man kaum merkte.
Unsere nächste Wanderung findet am Sonntag, dem 24.05.2026, statt. Interessenten sind zum zweimaligen, kostenlosen „Schnupperwandern“ herzlich eingeladen.
Nähere Informationen finden sich unter www.ssv-happerschoss.de/wandern.
Hier sind auch die Wandertermine für 2026 hinterlegt.
Peter Sperber
(Fotos: Katrin Lange und Marion Hauser)