Herbstliche Wanderung mit interessanten Begegnungen
Am Sonntag erwartete uns ein kühles, aber trockenes Herbst-Wetter. Und sogar die Sonne ließ sich immer wieder einmal sehen.
Wir trafen uns um 10:30 Uhr in Much-Ort auf einem Parkplatz an der Marienfelder Straße. An der dortigen Gedenkstätte für ein ehemaliges Arbeits- und Internierungslager aus der NS-Zeit hielten wir kurz inne.
Von dort aus ging es in einem großen Bogen entgegen dem Uhrzeigersinn um Marienfeld herum. Nach kurzem „Warmlaufen“ auf dem Lyrik-Weg im Wahnbachtal wartete schon der erste Anstieg. Wir kamen an schönen Fachwerkdörfern („Hohn und Höhnchen“) vorbei, genossen die schöne Aussicht ins Siebengebirge und tauchten dann in das Daußelbachtal ein, dem wir bachabwärts folgten. Auch einige Rehe zeigten uns, dass hier die Natur noch ziemlich in Ordnung ist.
Der nächste Anstieg brachte uns nach Neßhoven und damit zum Heinrich-Böll-Weg, welchem wir dann auch ein Stück folgen. Sehr lebendig und authentisch wird hier an verschiedenen Stationen das Leben des berühmten Schriftstellers als Ehemann und Soldat in den Jahren 1944/1945 geschildert. Heinrich Böll hat die letzten Kriegsjahre nach kriegsbedingtem Verlust der Kölner Wohnung in Much gewohnt, und in der Nähe geriet er auch 1945 in Kriegsgefangenschaft. Am Wege werden verschiedene Stationen seines Lebens nachgezeichnet. Auf einer von ihm und seiner Frau gerne genutzten Bank machten wir, begrüßt durch das freudige Wiehern zweier Pferde, unsere Mittagsrast.
Anschließend ging es vorbei an großen Rinderherden, welche sich das letzte frische Grün schmecken ließen, ins Homburger Bröltal. Ein weitläufiger japanischer Garten mit viel Wasser brachte dann auch eine exotische Note in die Wanderung. Kurz danach passierten wir eine große Alpaka-Herde.
Auch exotisch, aber mittlerweile schon sehr heimisch geworden. In Berzdorf passierten wir das Technik- und Bauernmuseum, Heimat einer alten Postkusche. Wir hatten Glück: Der Kutscher hatte gerade angespannt und machte sich zu einer Tour ins Bergische auf.Nach 15 km erreichten wir das Hotel „FIT“ und damit einen würdigen Rahmen für unsere Schlusseinkehr. Das Hotel „FIT“ ist ein Tagungshotel und hat sich dem Thema „Inklusion“ verschrieben. Bei bergischen Waffeln mit heißen Kirschen, Eis und Sahne, sowie einem schönen Ausblick vom Wintergarten ließen wir die Tour langsam ausklingen.
Aber ein wenig spannend wurde es auf dem letzten Kilometer doch noch: Ein schmaler Pfad wurde aufgrund von Brombeerranken zum Hindernislauf. Gut, dass für solche Fälle immer eine Baumschere mitgeführt wird…
Insgesamt bewältigten wir 16 km und 290 Höhenmeter.
Die nächste Wanderung des SSV Happerschoss findet am Sonntag, dem 01.11.2026, statt. Interessenten sind zum zweimaligen, kostenlosen
„Schnupperwandern“ herzlich eingeladen.
Nähere Informationen finden sich auf www.ssv-happerschoss.de/wandern.
Peter Sperber
(Fotos: Anja Klar und Katrin Lange)