Bunte Herbstwanderung an der Ahr und Erinnerung an dunkle Zeiten
12 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde trafen sich um 10:30 Uhr auf einem Wanderparkplatz oberhalb von Dernau. Pünktlich zum Beginn der Wanderung hörte auch der leichte Nieselregen auf und es blieb fortan trocken. Manchmal schien sogar die Sonne…
Auf dem Rotweinwanderweg ging es gleich in die Weinberge. Freundliche Winzer haben am Wegesrand noch die eine oder andere Traube zum Naschen übriggelassen. Köstlich…
Nach 1,5 km wurde der Weg immer schmäler, und wir erstiegen auf 300 m Länge einen alpinen Bergweg, der schon ein wenig Trittsicherheit verlangte. Aber: Keine Sorge. Es bestand keine Absturzgefahr! Wir passierten den Rastplatz „Mosesquelle“ mit schöner Aussicht und kamen wenig später an der Straußenwirtschaft „Eremitage“ vorbei, die aber leider schon geschlossen hatte.
Mit einem sanften Anstieg von 130 Höhenmetern verabschiedeten wir uns vorerst von den Weinbergen und tauchten in finstere Zeiten ein. Zunächst einmal erreichten wir am höchsten Punkt unserer Wanderung einen schönen Rastplatz mit toller Aussicht auf die deutlich tiefer gelegene Saffenburg. Das dachten sich im 30-jährigen Krieg auch die Schweden, die die Burg von hier aus mit Kanonen unter Feuer nahmen. Schon nach wenigen Stunden flüchtete die Burgbesatzung.
Gleiches passierte den Schweden 2 Monate später, als die Spanier ihrerseits die günstige Lage für einen Angriff nutzten.
Da die Schweden aber zuerst da waren, heißt der Ort heute „Schwedenkopf“.
Zur Erinnerung war eine fast originalgetreue, historische Kanone aufgebaut.
Vorbei an einem Mahnmal für die Opfer späterer Kriege kamen wir bei km 7,7 wieder in die Weinberge. An einem schönen Rastplatz hätten wir eine ausgiebige Pause eingelegt. Leider hat sich ein Baum quer über Tisch und Bank gelegt. Also weiter.
Kurz vor dem Kloster Marienthal erreichten wir 2 Eingangsportale des ehemaligen „Regierungsbunkers“. Im 2. Weltkrieg wurden hier Raketen von KZ-Häftlingen zusammengebaut. Ein Mahnmal erinnert auch an diese dunkle Zeit.
Wir setzten unseren Weg oberhalb des Klosters mit schönen Fotomotiven fort und durchquerten den Ort Dernau. Hochwassermarken bis in den 2. Stick erinnerten an eine weitere dunkle Zeit vor 5 Jahren. Aber Einwohner und Gemeinde haben schon viel daran gearbeitet, den Ort wieder erblühen zu lassen.
Bei km 12,7 wartete das Restaurant „Culinarium“ auf uns, wo wir wieder einmal hervorragend bewirtet wurden. Von da aus waren es nur noch 1,2 km und 60 Höhenmeter bis zum Parkplatz.
Insgesamt bewältigten wir 13,9 km und 340 Höhenmeter.
Die nächste Wanderung des SSV Happerschoss findet am Sonntag, dem 29.11.2026, statt. Interessenten sind zum zweimaligen, kostenlosen „Schnupperwandern“ herzlich eingeladen. Nähere Informationen finden sich auf www.ssv-happerschoss.de/wandern.
Peter Sperber
(Fotos: Joachim Pötschke und Peter Sperber)